Wetter

aus ca. 9750m über  dem Meer Meer Meer

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Live Camera

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Wandern auf Skiathos !

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Wandern im Paradies der Ägäis, ist mehr als Sommer, Sonne, Strand und Meer!

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Als einzige Insel der nördlichen Ägäis bietet Skiathos:
-- 25 gut markierte Wanderwege
-- von leicht bis mittelschwer
-- von 1 bis 6 Stunden Gehzeit
-- durch urige Natur, mit traumhaften Panoramablick
-- romantischen Picknickplätzen
-- vorbei an historischen Stätten der Insel Skiathos
-- geführte Wanderungen

Hierzu steht Ihnen das Buch
"Insel- und Wanderführer mit Karte von Skiathos "
zur Verfügung, in dem alle Wanderungen ausgewiesen und genau beschrieben sind.
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( Erhältlich im Buchhandel, Hotels, Zimmervermietungen etc. in Skiathos)
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Außerdem stehen Ihnen erfahrene Begleiter zur Verfügung, mit denen Sie geführte Wanderungen machen können.
Oder buchen Sie eine Jeep - Fotosafari, für atemberaubende Landschaftsaufnahmen in herrlicher Natur, die einmalig sind.

Info: Ortwin Widmann, Tel. 0030 24270 24177….e mail: widmann@hol.gr

Home-Page www.walkingskiathos.com

Erleben Sie die Wandermonate April, Mai und Oktober auf einer der grünsten und schönsten Inseln von Griechenland,

eine Natur, geprägt von Blüten und Heilkräutern, die Sie mit ihrem Duft berauschen wird......



Wanderer auf nach Skiathos...!


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Doppelklick ----- Skiathos Airport- Video, ----- Doppelkick, tolle Start's & Landungen ---- Doppelklick
*Airport*

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Glaubt man den Einheimischen,

so machen auf den Sporaden die Götter Urlaub.

Hier also mit den Göttern leben wir und fühlen uns sehr wohl!

Es gibt viele schöne Reiseberichte, Webseiten oder auch Home-Pages,

Rufen Sie diese doch einmal auf und machen Sie sich ein Bild über die

nördlichen Sporaden.

Die schönste Reisezeit ist der Frühling,

wenn alles so herrlich blüht und es noch nicht so viele Touristen gibt.

Aber auch der Herbst ist wunderschön.

Es ist die Atmosphäre der Ruhe und Entspannung, die einen sofort umfängt.

Jeder Stress und alle Hast sind wie weggeblasen.

Der Höhepunkt eines jeden Griechenlandurlaubs ist das Osterfest bei einer griechischen Familie,

den Sie mit Sicherheit nie mehr vergessen werden,

einschliesslich des sehr beeindruckenden

Ostergottesdienstes in griechisch-orthodoxem-Rythus.

Hmm.. der drehende Hammelspiess, ( Kaziki ) Souvlaki mit Ouzo und Sirtaki.

Auf Skiathos sind die Funkamateure auf der 145.500 MHz standbye!

Hier die Rufzeichen der dort ansässigen Ham-Radio-Operatoren:

SV8/SV0JD; SV8/DL8MCA; SV8/DL4MHB; SV8/DG1MCG;

Zu SV8/SV0JD Operator Kyriako mit seiner XYL Helga ist noch zu sagen,

dass wir durch sie auf die Insel Skiathos aufmerksam wurden und uns

letztendlich dort ein Haus gekauft haben!

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Sollten Sie auf Skiathos keinen fahrbaren Untersatz haben,

können Sie den hervorragend ausgebauten Busliniendienst,

der von Ost nach West fährt ( ca. alle 15 Minuten )

und an allen schönen Stränden der Südseite anhält, in Anspruch nehmen.

Sie können sich aber auch einen Roller oder ein Auto mieten, der Preis ist erschwinglich. Ich würde mir aber einen Verleiher aussuchen, der bei uns auch bekannt ist. In der Regel sind dort die Fahrzeuge am besten gewartet und man bekommt keinen Schrott, mit dem man sich durch Ärger den ganzen Urlaub verdirbt.Und noch eins, " bitte nicht rasen " Sie haben doch Urlaub! Die Strafen für Verkehrssünder sind sehr hoch!

((( RADAR )))>>>>------------=> bitte nicht rasen >>>>>-------------=> ((( RADAR )))

Besorgen Sie sich eine Landkarte ( gibt es fast in jedem Laden ) und besuchen Sie die vielen kleinen Kirchen und Klöster, es wird dann bestimmt ein unvergessener Besuch auf Skiathos für Sie.

Noch ein kleiner Tipp zum schmunzeln:

Wenn Sie der Ober in der Taverne fragt,

ob Sie noch eine Flasche Wein möchten, dann sagen Sie nicht

" NEE "

" NE " heisst nämlich auf griechisch " Ja " !!

Es ist schon ein toller Baum der " Oelbaum " oder der Olivenbaum.

Keiner gleicht dem anderen und jeder schaut in seiner Art wunderschön aus,

davon abgesehen, es gibt ja in der Natur nichts Hässliches.

Ich bin eigentlich ein Mensch, der es noch nicht so richtig gelernt hat, die Hektik abzulegen.

Es geht aber auf einen Schlag, wenn man sich unter so einen alten Olivenbaum legt

und die Augen für ein paar Minuten schliesst. Man merkt so richtig, wie der alte,

knorrige Baum seine Kraft auf dich überträgt.

Ich ertappe mich manchmal, wenn ich an unserem Haus an so einem alten Baum vorbei komme, dass ich dem Baum einen kleinen Klapps gebe und sage: " Jassou, alter Knabe "

und manchmal glaube ich er grüsst zurück:

" Jassou ebenso ".

Ist schon ein schönes Gefühl

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Meine Lieblingsbaum

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Im Olivenhain

von Anna Okt.1999

Mein Herz klopfte, als ich zögernd eintrat in den Olivenhain, der meines Erachtens die ältesten und markantesten Olivenbäume der Insel Skiathos beherbergt.

Wie oft fuhr ich schon daran vorbei, auf der Fahrt zum " Asselinos-Strand ", hab sie mir angeschaut meine geliebten Ölbäume voller Ehrfurcht, in ihrer Erhabenheit. Schon alleine von diesem optischen Eindruck war ich danach immer sehr erfrischt.

Heute nun war es soweit!

Ich wollte sie fragen, ob ich sie auf Celluloid bannen darf, um mich in den kalten Wintermonaten, fern von Griechenland, beim Betrachten der Bilder innerlich aufzuwärmen. Detlef, der mich mit dem Jeep hierher brachte, liess mich taktvoll allein mit meinen " Brüdern " und wartete am Strassenrand im Schatten auf mich.

Da stand ich nun! Nach kurzer Überlegung schritt ich über elastische Erde wie auf Wolken in der Mitte des Hains. Flirrende Hitze! Ab und zu fiel eine Olive zu Boden und verursachte ein angenehmes Geräusch. Umgeben von so vielen, alten Olivenbäumen spürte ich eine ungeheure Kraft und Energie. Wo sollte ich anfangen zu fotografieren? Herrlich standen sie da mit ihren knorrigen, aussagekräftigen Stämmen. Mir fielen sofort Namen für sie ein, wie

der " Weise ", der " Majestätische ",

der " Verzauberte ", der " Lichtdurchflutete ".

Ich hörte sie raunen:

..... " Komm zu mir ! " ............" Nimm mich ! "

Ich flog förmlich wie in Trance von einem zum andern und versuchte sie so gut wie möglich einzufangen. Unendlich wohl fühlte ich mich dabei! Warum mein Verhältnis zum Olivenbaum so innig ist, liegt wohl an seiner Symbolik, seiner Langlebigkeit und Vitalität. Von altersher begleitet der Olivenbaum die Menschheitsgeschichte. Bereits Homer hat ihn besungen und in uralten Schriften wird er erwähnt. Ganz zu schweigen von seiner einzigartigen Frucht mit ihrer vielseitigen Verwendungs- möglichkeit. Der sonnenerfüllte, mediterrane Raum wäre ohne ihn nicht denkbar. - - Dankbarkeit durchströmt mich ob dieses herrlichen Geschenks unseres Schöpfers.

Ich hätte gerne noch längere Zeit in diesem wunderschönen Olivenhain verbracht. Da schlug in einem nahegelegenen Haus ein Hund an und ich dachte plötzlich an den Besitzer des Haines, der jederzeit, irritiert durch mein doch etwas seltsames Verhalten, auftauchen könnte. So entschloss ich mich schweren Herzens zum Verlassen des Haines. Immer wieder drehte ich mich um. " Habt Dank meine vertrauten Gesellen, nächstes Jahr sehen wir uns wieder!"

Bei Detlef angekommen, bedankte ich mich für seine Geduld. Wir fuhren weiter zum Strand, wo unsere Kinder schon auf uns warteten. Noch ganz ergriffen erzählte ich von meinem Erlebnis. Bereitwillig hörten sie mir zu. Aber am besten begriff mich wohl mein Enkel Julian, 1 3/4 Jahre alt. Er nahm mich bei der Hand und in seelischem Gleichklang wanderten wir den Strand entlang, suchten flaumige Möwenfedern und liessen sie vom Wind in den tiefblauen Himmel tragen. Wir waren beide sehr glücklich dabei.....

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Herbstausflug auf Skiathos

von Anna Okt.1998

Ein herrlicher Herbsttag! Heute fahren wir mal nicht ans Meer. Heute wollen Detlef und ich mit unserem Piaggio-Roller wieder einmal einen Ausflug ins bergige Inselinnere unternehmen. Wie lange haben wir uns schon darauf gefreut! Ein kleines Kirchlein im Norden der Insel, auf steilen Klippen gelegen, soll unser Ziel sein. Es fiel uns schon bei unserem letzten Urlaub aus der Ferne auf.

Wir fahren nur kurz auf geteerten Strassen und bewegen uns dann auf holprigen, rotsandigen Strässchen fort. Unseren Weg säumen vollbehangene Weingärten, Zitronen- und Orangenbäumchen, Quitten und rotbackige Granatäpfel lachen uns verführerisch an. Uns begegnet kaum jemand. Wie wir das geniessen! Weg von der Zivilisation, eintauchen in die fast unberührte Natur, den Fahrtwind spüren und voll Erwartung auf die kommenden Erlebnisse sein. Plötzlich ein schillernder Fasan vor uns, der sich eilig ins nächste Gebüsch verkriecht. Unsere Fahrt führt uns jetzt überwiegend durch silbrig glänzende Olivenhaine, nur unterbrochen durch kleine Steinhütten mit roten Ziegeldächern, welche für die Zeit der Olivenernte in abgelegenen Gegenden zur Übernachtung genutzt werden.

Mein Herz wird immer ganz weit beim Anblick von Olivenbäumen! Der Baum des Friedens wird er genannt, da muss man sich doch wohlfühlen! Ausserdem schenkt er uns dieses herrliche, goldgelbe Öl, in dem die Sonne eingefangen ist.

Immer höher und höher schrauben wir uns, bis wir an einem kleinen Parkplatz unseren Roller abstellen müssen, da es nur noch zu Fuss weitergeht. Das Kirchlein ist schon zu sehen. Ein schmaler, ziemlich steiler Wanderweg führt nach oben. Er ist serpentinenartig befestigt von Steinmäuerchen, die ich so liebe. In mühsamer Handarbeit wurden sie vor langer, langer Zeit errichtet, damit der Meerwind die Erde nicht davontragen kann. Überall wachsen aus den Ritzen würzige Kräuter, die ich mit meinen Fingerspitzen zerreibe, um das Aroma noch besser aufnehmen zu können.

Pinkfarbene Zwergalpenveilchen, die es um diese Jahreszeit in Hülle und Fülle gibt, harmonieren gut mit dem grauen Gestein. Bedächtig setzen wir einen Fuss vor den anderen. Wir sprechen kaum, wollen nur alles in uns aufsaugen!

Dunkelblaue, schon fast reife Oliven hängen in Gesichthöhe an den jungen Bäumchen. Wer wird sie hier wohl ernten, geht es mir durch den Kopf? Spontan fällt mir ein Ausschnitt aus Hebbels Herbstgedicht ein: " Oh, stört sie nicht, die Feier der Natur, dies ist die Lese die sie selber hält...." Ein aufgeschreckter Feldhase, den wir offensichtlich beim Graben eines Erdloches gestört haben, ergreift in Panik die Flucht. Vor uns bräuchte er wahrlich keine Angst zu haben!

Nach ca. 20 Minuten haben wir unser Ziel erreicht und sind überwältigt von der Aussicht, die sich uns bietet, wollen aber zuerst das Kircheninnere anschauen. Auf Skiathos sind Kirchen nie abgeschlossen. Angenehme Kühle umfängt uns. Ich lasse mich zuerst auf dem hölzernen Gestühl auf der Seite nieder, um erstmal in aller Ruhe alles zu betrachten. Detlef macht sich gleich daran eine Kerze anzuzünden, verbunden mit einem unausgesprochenen Wunsch, den ich aber mit Sicherheit kenne. Dann sucht er in einem Regal nach Räucherwerk, welches er dann vorne in einem dafür vorgesehenen Gefäss entfacht. Mysthischer Duft steigt nach oben ins Deckengewölbe. Dadurch entsteht noch mehr geistige Atmosphäre, welcher sich selbst Detlef, der Realist von uns beiden, nicht entziehen kann. Man meint, schwermütige, griech.-orthodoxe Gesänge zu vernehmen.

Die geheimnisvollen Ikonen, die in grosser Zahl vorhanden sind, scheinen zum Leben zu erwachen. Es dringt nur spärliches Licht durch die Fenster und ich sehe einen kleinen Gekko in einem Schlupfloch hinter einer Ikone verschwinden. Welch herrliche Wohnstatt! Ich weiss nicht, wie lange wir hier so gesessen haben. Gerade wollen wir das Kirchlein verlassen, da fällt mir ein Besen auf und ich fege von dem glatten Steinboden noch die welken Blätter fort, komme mir dabei vor, als ob ich das wie eine alte Messnerin schon mein Leben lang machen würde. Seltsam!

Detlef hinterlegt noch eine grosszügige Drachmenspende und wir treten ins Freie. Geblendet vom Sonnenlicht setzen wir uns erstmal auf das weissgetünchte Mäuerchen, welches die Kirche halb umgibt. Vor uns fallen steil die Klippen ab und das Blau des Himmels wetteifert mit dem Blau der Ägäis. Weit schweift unser Blick aufs Meer hinaus. Ein wunderschöner Ort! Gierig saugen wir die salzige Meerluft in unsere Lungen. Ausser dem gedämpften Rauschen des Meeres und dem Gezirpe Hunderter von Zikaden ist nichts zu hören. Wieder geben wir uns ganz dem Augenblick hin. Hier wird alles berührt, die Seele, alle Sinne, hier lebt man, hier ist man ganz bei sich selbst...

Ein schriller Schrei eines Wanderfalken reisst uns aus unserer Versunkenheit und mahnt uns zum Aufbruch.

Auf der schweigsamen Fahrt zurück zu unserem Haus haben wir Beide ein Lächeln auf den Lippen und einen seltsamen Glanz in den Augen.

Wir werden wieder lange von diesem Ausflug zehren und unser Entschluss, einen Abschnitt unseres Lebens auf Skiathos zu verbringen, wurde wieder einmal mehr bekräftigt!

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Erntedank

von Anna Oktober 2002

Schon immer war das Erntedankfest für mich ein besonderes Fest und ich habe es gefeiert, egal wo ich mich zu diesem Zeitpunkt gerade befand. In diesem Jahr möchte ich es erstmalig mit einem Picknick hier auf Skiathos verbinden. Detlef ist über meine Idee auch sehr erfreut. Wir werden dazu in die bergige Gegend der Insel fahren. Die Vorfreude war schon gross, aber heute steht nun endlich auf meinem Kalenderblatt 6.Okt. 2002, Sonntag, Erntedankfest!

Der Korb mit den Früchten der Insel wie Granatäpfel, Feigen, Quitten, Trauben, Zitronen, Orangen, Auberginen, Paprikaschoten usw. stehen schon, schön arrangiert, auf dem Tisch. Wir haben sorgfältig darauf geachtet, für dieses Fest besonders schöne Exemplare zu bekommen. Oliven dürfen auf keinen Fall fehlen. Netterweise hat mir meine griechischen Nachbarin welche vorbeigebracht, die sie selber schon eingelegt hatte. Die Oliven eignen sich heuer ganz besonders gut dazu, da sie durch den relativ häufigen Regen fast so gross wie Pflaumen sind. Schafskäse mit Kräutern (Feta) zerbröckle ich grob und beträufle ihn mit Olivenöl. Er wird in einer Schale mitgenommen. Den Salat aus grossen, fleischigen Tomaten, bedeckt mit Zwiebelringen, werde ich erst vor dem Essen anmachen, damit er knackig bleibt. Also, Salz, Pfeffermühle, Balsamico, gutes Olivenöl, natürlich von Skiathos, nicht vergessen! Das Rosmarinhühnchen ( Detlef hat es sich gewünscht ) schmurgelt noch im Ofen und sein Duft durchzieht die ganze Küche. Ich nehme es heraus und verpacke es in Alufolie. Ach ja, die Pita's (kleine Weizenbrotfladen) müssen noch aufgebacken werden. Es ist alles richtig aufregend! Die Getränke sind auch noch im Kühlschrank! Wir haben uns zu diesem Zweck eine extra gute Flasche griechischen Rotwein geleistet. Retsina (Harzwein), Ouzo (Anisschnaps), aber auch Wasser kommen ebenfalls mit, man weiss ja nie! - Detlef bringt mir gerade eine frisch geschnittene Rose von unserem Rosenstrauch und legt sie zum Korb. Aber sie würde verwelken und ich stelle sie lieber in ein Glas. Schliesslich und endlich ist alles in unserem Jeep verstaut und es kann losgehen.

Der Weg zu unserem Kirchlein hoch oben in den Bergen, wo wir unser Picknick abhalten wollen, ist gar nicht mehr so einfach zu finden. Wir waren nur einmal dort und das ist schon lange her. Ein paarmal verfahren wir uns, was unserer guten Laune aber keinen Abbruch tut. Ich geniesse die Fahrt! Die Insel ist z. Zt. sehr grün. Wir sehen noch Schwärme von verschiedenartigen Schmetterlingen. Vereinzelt grüsst uns eine zartblaue Wegwarte

vom verstaubten Wegesrand. Ich liebe diese bescheidene Blume sehr und erwidere lächelnd ihren Gruss. Ansonsten herrscht noch die gelbblühende Asphodeline, eine Lilienart, vor und verströmt überall einen betörenden Duft. - Plötzlich ein alter, verwitterter Holzwegweiser! Mühsam kann ich darauf die griechischen Buchstaben "Agios Nikolaios" erkennen. Genau da wollen wir hin und kurz darauf waren wir am Ziel. Ein schöner Platz! Im Vorhof des sehr kleinen Kirchleins steht eine alte, griechische Eiche. Sie hält ihre weit verzweigten Äste schützend über einen langen, gemauerten Tisch. Eine Wasserstelle ist auch vorhanden. Der Platz ist umgeben von wilden Kräutern wie Salbei, Rosmarin und Lorbeer. Cyclame ( Zwergalpenveilchen ) blühen und an der unteren Seite schliesst sich ein kleiner Olivenhain an. Da bleiben wir, hier fühlen wir uns wohl! Wie es aussieht, war schon länger keiner mehr hier und wir müssen uns erst ein bisschen Ordnung schaffen. Schnell ist ein Besen gefunden und der Tisch sauber gefegt. Herumstehende, leere Flaschen werden weggeräumt. Wir sehen uns im Kirchlein um und sind uns sicher, dass wir von den im Vorraum gestapelten Stühlen für unsere Zwecke zwei davon ausleihen dürfen. Schöne, griechische Stühlchen, hellgrau gestrichen.

Nun können wir beginnen! Ich hole zuerst die grüne Tischdecke passend zum Erntedank und lege sie auf. Meine maisgelben Teller passen gut dazu. Detlef öffnet schon den roten Wein und füllt ihn in einen Krug, damit sich seine "Blume" inzwischen entfalten kann. Ich vervollständige unseren Früchtekorb noch mit den hier wachsenden Kräutern und stelle alle mitgebrachten Speisen auf den Tisch.

Normalerweise könnten wir jetzt mit unserem Mahl beginnen. - Aber heute, zum Erntedankfest, habe ich mir ein besonderes Ritual ausgedacht, dessen Ausführung mir ein grosses Bedürfnis ist. In Anlehnung an den " Sonnengesang " des Hl. Franziskus (mein Lieblingsheiliger) bedanke ich mich stehend bei unserer Mutter Erde, Schwester Wasser, Bruder Wind und der grossen Kraft Sonne für all die schönen Gaben, die wir Jahr für Jahr geniessen dürfen. Ich bin so ergriffen, dass mir die Tränen über die Wangen laufen, während ich spreche. Auch Detlef kann seine Rührung nicht verbergen, in einer solchen Form hat er wohl noch nie Erntedank gefeiert. Ich weiss nicht wie es kam, liegt es an dem Ort oder der Umgebung, plözlich fühle ich mich stark dazu ermächtigt, unsere Speisen auch noch eigenhändig zu segnen! Dabei war ich in völligem Einklang mit Gott, der Natur und uns....

Gelöst beginnen wir anschliessend zu " tafeln ". Detlef schenkt uns den rubinroten Wein in Gläser und beim Anstossen schauen wir uns tief in die Augen. " Jamas "! Wieder einmal wird es mir bewusst, wie sehr ich meinen Mann liebe! Wir essen langsam und genussvoll. Es schmeckt wunderbar! Der vitamin-C-haltige Granatapfel und die frische, eisenreiche Feige als Nachtisch sind ein Hochgenuss, einfach köstlich!! - Wäre jemand vorbeigekommen, hätten wir ihn selbstverständlich zum Mitessen eingeladen. Vorsorglich hatte ich noch Pappgeschirr mit dabei. Aber wir bleiben allein.

Allerdings haben wir Besucher anderer Art. Ein gefiederter Sänger, von Detlef dem Vogelkenner als Rotkehlchen identifiziert, erfreut uns während des ganzen Picknicks mit seinem schier unerschöpflichen Repertoire. Ich schicke ihm einen zärtlichen Dankesgruss nach oben in die dichte Baumkrone und meine, dass sich daraufhin seine Sangeskünste noch steigerten. Auch eine Hornisse brummt an uns vorbei, ohne uns zu beachten, hatte wohl Besseres zu tun. Libellen besuchen ein nahegelegenes Rinnsal und wir können sie gut dabei beobachten. Ab und zu bricht die Sonne durch das Geäst und unterstreicht die friedvolle Stimmung dieses Platzes noch!

Nach dem Essen meint Detlef , dass es jetzt wohl Zeit für einen Ouzo wäre. Der zeigt alsbald auch seine Wirkung und wir tanzen fröhlich und ausgelassen wie Kinder in angedeuteten Sirtakischritten, wir können diesen schönen Tanz leider immer noch nicht so recht, um Baum und Tisch herum. Wie ist das Leben doch schön!

Etwas ausser Atem setzen wir uns dann mit unseren Weingläsern auf das weissgetünchte Mäuerchen, welches jedes Kirchlein in solcher Höhe umgibt. Das Meer sieht heute, an diesem Spätherbstnachmittag, eher blaugrau aus. Fasziniert schauen wir den Wanderfalken, die in der gegenüberliegenden Klippe ihren Unterschlupf gefunden haben, bei ihren Flugkünsten zu. Herrlich wie sie sich im Sturzflug fast auf die Oberfläche des Meeres fallen lassen, um dann die Thermik der Aufwinde zu nutzen und wieder in die Lüfte zu schweben. Alles nur aus purer Lebensfreude! Wieviel könnten wir Menschen doch in dieser Hinsicht von den Vögeln lernen. -

Ich muss an einen Spruch des indischen Dichters Rabindranath Tagore denken,......... der da lautet:

" Gott hat Achtung vor mir,

wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe! "

Diese Worte gefallen mir ausnehmend gut und passen irgendwie hierher...

Innerlich beschwingt und befreit müssen wir uns zum Aufbruch förmlich durchringen, aber die Tage hier auf Skiathos sind jetzt schon kurz und unser Heimweg führt überwiegend durch unwegsames Gelände. Wir stellen die Stühle zurück. Im Kirchlein fällt mir auf, dass ausschliesslich reine Bienenwachskerzen benutzt werden. Wie das duftet! Wir bedanken uns noch einmal für die Benützung des Platzes und verlassen alles sauber und ordentlich.

Durchgerüttelt und -geschüttelt, aber glücklich, kommen wir wieder am Haus an. Beim Auspacken überlege ich mir gerade, wie ich die Reste des Picknicks in den Speiseplan der kommenden Tage integrieren werde. Da steigt bang in mir ein Gedanke an das Ende des Urlaubs hoch. Ich gemahne mich zur Ordnung: " Marianne,denk nicht dran, Du willst doch den Augenblick geniessen! " Tief atme ich durch, nehme ein schönes, weisses Satinband, binde damit die geweihten Kräuter zu einem Sträusschen und hänge es nach draussen zum Trocknen. Ich werde es mit nachhause nehmen, als sichtbare Erinnerung an diesen wunderschönen Tag auf Skiathos! -

. . . . . . . . . . .Mußestündchen am Haus

.. . . . . . . . . . . .Von Anna im Juni 2003

Ich sitze gerade auf einem handgemauerten Steinbänkchen vor unserem Haus und lasse die Seele baumeln. Unser griechischer Nachbar und Freund "Jani", der meine Vorliebe für alles was aus Stein ist kennt, hat mich vor zwei Jahren im Sommerurlaub mit diesem Bänkchen überrascht. Ich liebe es sehr. Immer wenn am Spätnachmittag die Sonne hinter dem Haus verschwindet, wird es in wohltuenden Schatten getaucht. Dann ist es Zeit für mich, diesen Platz zu nutzen. Ein paar Schritte entfernt von mir wächst aus steinigem Grund ein wilder Holzbirnbaum gekrümmt heraus. Er ist trotz seiner Kargheit schön anzusehen. Aus seiner Rinde sondert er eine Flüssigkeit ab und zieht dadurch zahlreiche Insekten an. Ganz früher, als Brot noch unbekannt war, ersetzte diese holzige Birne das Brot. Ich freue mich sehr, so einen faszinierenden Baum in meiner Nähe zu haben. Nicht weit weg davon verleiht eine kräftig gewachsene Palme dem Ganzen einen Hauch von Exotik und wenn der Wind die Palmblätter zum Rascheln bringt, hört es sich sehr geheimnisvoll an. Plötzlich ein überlautes Zirpen einer Zikade, das alle anderen übertönt. Sie muss ganz in der Nähe von mir sein! Ich kann sie aber leider nicht ausfindig machen. Schade, hätte sie gerne beobachtet bei ihrer unermüdlichen Tätigkeit.- Wen ich allerdings täglich zu Gesicht bekomme, sind Heuschrecken in einer Vielfalt, die mich erstaunt! Da gibt es den filigranen Grasgrünen, den plumpen Braunen oder den gelb-rot gefärbten Bunten. Sie nächtigen auf den Pflanzen neben meinem Bänkchen ( manchmal verirrt sich auch einer in unsere Wohnung ), aber so mancher fehlt am nächsten Morgen. Wahrscheinlich war eine Katze schneller als er! Ich muss schon sagen, das ökologische Gleichgewicht hier auf dem Grundstück scheint Gott sei Dank noch in Ordnung zu sein! Es ist auch immer wieder aufregend zu sehen, welche Blumen und Pflanzen im jeweiligen Jahr hier dominieren, welche Samen heuer aus dem fruchtbaren Schoss des Erdreichs zur Blüte kamen. Diesmal setzte sich überwiegend die weissblühende, wilde Möhre neben der majestätischen Königskerze durch und, was mich besonders freut, auch meine innig geliebte Wegwarte, deren Motiv ja den Umschlag meines Buches das ich derzeit in Deutschland schreibe, zieren soll, ist vertreten! Die Jahre vorher war das nicht der Fall.... Wer hatte denn da seine Hand im Spiel? Mein Blick fällt auf Detlef's Funkantenne, die ziemlich hoch in den blauen Himmel ragt. Auf ihrem silbrig glänzenden, biegsamen Gestänge haben sich gerade flügge gewordene Rauchschwalben niedergelassen und warten auf ihre Eltern, die sie immer noch füttern. Ich muss innerlich schmunzeln, ob wohl durch diese kleinen Vögelchen Detlef's Funkkontakte in alle Welt beeinträchtigt werden? Wie dem auch sei ---ich jedenfalls registriere wohlgefällig die Eintracht von Natur und Technik, zumindest in diesem Fall! Auch der Spatz, Vogel des Jahres bei uns in Deutschland, kommt hier noch häufig vor und baut seine Nester etwas nachlässig unter die Dachziegel unseres Hauses. Ab und zu fällt mir davon ein loser Halm auf den Kopf. - Für kurze Zeit schliesse ich die Augen, geniesse nur und hänge meinen Gedanken nach....Da ertönt aus dem Hühnerstall von unten ein lautstarkes Gackern! Die Hennen haben Eier gelegt und wollen dies natürlich kundtun. Sie werden nicht eher aufhören, bis der alte "Elias", der unterhalb von uns wohnt, seinen Korb nimmt und mühsam die Eier aus dem niedrigen Stall holt. Anschliessend wird er wieder auf seinen faulen Gockel schimpfen, weil die Ausbeute seiner Meinung nach zu gering ist. Ich kenne das schon und muss lächeln. In meinem Blickfeld befindet sich auch das in Griechenland überall übliche Gebetshäuschen. Ich betrachte es liebevoll! ....Es ist dem hl. Nektarius geweiht. Er wacht über das gesamte Grundstück und vermittelt Geborgenheit und Frieden. Ich möchte diesen Schrein unter keinen Umständen missen! Wohlig strecke ich meine nackten Füsse aus und fühle Gras, das leider nur hier an diesem schattigen Plätzchen wächst. Umso mehr schätze ich es! Und wieder spüre ich, wieviel es mir bedeutet, nur aus der Tür zu treten und unmittelbar von ursprünglicher Natur umgeben zu sein. Unwillkürlich kommen Gedanken an unbeschwerte Kindertage in mir hoch, wo ich in freier Flur die gleichen Glücksgefühle empfand und bin froh und dankbar, sie jetzt mit meinen fast schon 60 Jahren wieder so intensiv erleben zu dürfen. Wie bin ich doch reich! Es ist mir, als ob ich jeden Urlaub mehr verwachsen würde mit diesem Haus, mit diesem Fleckchen Erde, mit dieser Insel... Irgendwie gehöre ich einfach hier her! Oben von der geteerten Strasse können Autofahrer durch eine nicht ganz dichte Hecke zu mir herunter schauen. Ihre Gesichter sehen teilweise gestresst und erhitzt aus und ich glaube, dass mich so mancher um meinen schattigen ruhigen Platz beneidet. - "Oma, was machst Du denn da!" Mein Enkel Julian kommt um die Ecke. "Ich sitze im Schatten und schaue!" Er blickt mich etwas ungläubig an, setzt sich aber dennoch neben mich auf das Bänkchen. Wie soll ich einem 5-jährigen Buben, der in einer überlauten, hektischen Leistungsgesellschaft aufwächst erklären, wieviel es einem bringen kann, ein bisschen inne zu halten und gar nichts zu tun! Aber vielleicht erinnert er sich später einmal daran, wie er hier mit seiner Oma gesessen ist und nur "geschaut" hat!! Nach einiger Zeit fragt er dann aber doch, was wir jetzt machen könnten. Ich belohne seine Geduld, indem er mit dem Schlauch das allabendliche Gießen verrichten darf. Er tut das leidenschaftlich gerne und ich nütze die Gelegenheit, ihm dabei zu vermitteln, wie kostbar das Wasser, besonders hier auf einer griechischen Insel ist und dass man sparsam damit umgehen muss. Anschliessend ist es auch schon Zeit ins Haus zu gehen, um Vorbereitungen zum Abendessen zu treffen. Insgeheim freue ich mich schon wieder auf morgen, auf das "Mußestündchen" auf meinem Steinbänkchen im Schatten. Oh möge der Sommerurlaub ewig währen......

Schnee auf Skiathos Jan. 2006

Blick auf Skiathos - Stadt Ursula mit ihrem Vierbeiner

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Karneval/Fasching auf Skiathos Jan.07

Apókries (Karneval, Fasching)
| Nicht nur in Köln, Mainz oder Rio feiert man einen extrem witzigen Karneval, sondern auch auf Skiathos!
An Karneval findet in vielen Städten und einigen Dörfern ein Umzug statt. Jedes Jahr handelt dieser von verschiedenen Themen. Natürlich ist kein Vergleich mit den großen deutschen Umzügen aber dennoch haben die Leute jede Menge Spaß.
In einigen Gegenden wird eine Vogelscheuche, der "Karnavalos", tanzend durch den Ort getragen und abends verbrannt.
Am Rosenmontag lässt man traditionell Drachen an allen Stränden steigen. Früher wurden Papierdrachen selbst gebastelt, heute werden diese meistens fertig aus Plastik gekauft.
Der Karneval von Skiathos ist auf den nördlichen Sporaden berühmt und zieht jedes Jahr zig Hunderte von Besuchern an. Seinen Ursprung hat der Karneval aus der Sage in welcher Dionysos in der fruchtreichen Gegend heftige Trinkgelage feierte und seinen Lastern frönte. Daran hat sich auch heute nicht viel geändert. Nur dass es etwas moderner geworden ist. Es dröhnt laute Musik aus allen Kneipen und Tavernen und es wird bis in die Morgenstunden gefeiert. Wenngleich Karneval mittlerweile fast überall auf der Welt sehr ähnlich geworden ist, so ist der Karneval in Skiathos immer noch etwas Außergewöhnliches. Es lohnt sich, dieses Szenario einmal erlebt zu haben. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Karneval in Skiathos etwas zeitversetzt stattfindet, da er dem orthodoxen Kalender folgt.

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Karnavalos

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Unser erster Winter auf Skiathos
(Aus meinem Tagebuch)

Dezember 2006


Wir haben es geschafft! - Gestern, am 6.Dez. 2006, kehrten wir nach einem abschließenden Deutschlandaufenthalt wieder auf unsere Trauminsel Skiathos zurück.
Diesesmal für immer!
Es wird unser erster Winter hier auf der Insel werden und wir sehen ihm erwartungsvoll und sehr motiviert entgegen.

7.12.
Heute sitzen wir bei angenehmen 22 Grad Celsius auf unserem Balkon und genießen ein ausgedehntes Frühstück.
Der Glockenklang ganz in der Nähe weidender Schafe und Ziegen läßt keinen Zweifel daran,
daß wir wieder in Griechenland sind. Beim darauf folgenden Rundgang ums Haus stellen wir voll Freude und wirklich erstaunt fest, daß unsere Blumen, wie Rosen, Geranien,
Lavendel und diverse Sträucher noch richtig schön blühen. Nur die Feigenbäume sehen ohne Blätter mit ihren hellgrauen, wulstigen Ästen sehr eigenartig aus.


Ich sehe sie zum ersten mal so.
Um nach Skiathos-Stadt zu gelangen müssen wir derzeit einen großen Umweg über bergiges Gelände machen, weil der Winter dazu genutzt wird,
die Hauptstraße zu reparieren und Kabel in die Erde zu verlegen.
So wird jeder Einkauf o. ä. zu einem ziemlich abenteuerlichen, holperigen Unterfangen. Wir beschließen, nur einkaufen zu fahren, wenn es wirklich notwendig ist.
Mir macht das gar nichts aus. Im Gegenteil!
Aus einer Überflussgesellschaft kommend schadet es wirklich nichts, wenn man mit Lebensmitteln etc. etwas achtsamer umgehen lernt.
In der Stadt selbst, die inzwischen auch schon in weihnachtlichem Glanz erstrahlt, sowie auf der ganzen Insel herrscht wohltuende Winterruhe.
Es sind kaum noch Touristen hier.
Heute fahren wir zum Haus von Detlefs Funkfreund Gerd, um seine Katzen mit dem bereitgestellten Futter zu versorgen.
Er selbst und seine Frau sind im Winter in Deutschland und froh, daß wir uns jetzt um die Tiere kümmern können.

9.12.
Abreise österreichischer Freunde. Kommen erst im Frühjahr wieder.
Angenehmes Wetter hält an! Wir können unsere Mahlzeiten immer noch draußen am Balkon einnehmen.
Zu mir selbst kann ich nur sagen, daß mich jeden Tag schon beim Öffnen der Fensterläden totale Glücksgefühle durchströmen.
Manchmal kann ich es einfach nicht glauben, aber es ist wirklich wahr, wir sind für immer hier!
Der ungeheuer kraftraubende Umzug (in drei Etappen) ist vorbei, kein ruheloses Hin- und Her mehr zwischen Sommer und Winter, endlich kann die so ersehnte Ruhe einkehren!
Immer wieder Dankbarkeit gegenüber unseren "Kindern", die nicht egoistisch waren und uns gehen ließen und unser Vorhaben auch noch tatkräftig unterstützten.

12.12.
Es regnet.
An solchen Tagen ist es besonders schön vor unserem massiven Schwedenofen zu sitzen und durch das breite Sichtfenster den Flammen zuzusehen.
Für mich geht durch diesen holzbeheizten Ofen ein schon langgehegter Wunsch in Erfüllung! Detlef und ich genießen diese gemütlichen Stunden wann immer es geht.
Es macht uns sehr glücklich zu spüren, wie gerne wir zusammen sind, auch noch nach über vierzig Ehejahren, wir freuen uns über das gemeinsam Erreichte und denken darüber nach,
was im Frühjahr noch alles gemacht werden soll im und ums Haus.
Das Brennholz haben wir uns diesen Winter noch liefern lassen, wollen es aber im nächsten Jahr selber sammeln, zumindest einen Teil davon.
Besonders das Treibholz an den Stränden soll getrocknet gut brennen.

15.12.
Wieder herrliches Wetter.


Wir beschließen, heute zu wandern! Mit einem befreundeten, deutschen Ehepaar, welches schon lange ganzjährig hier lebt, geht es in den bergigen Teil der Insel.
Wir sind immer wieder begeistert von den wunderschönen Ausblicken auf das Meer. Was haben wir uns doch für eine schöne Insel ausgesucht!
Bei einem liebevoll restaurierten Kirchlein beenden wir unsere erste Winterwanderung mit einem Grill-Picknick.
Ganz euphorisch nehmen wir uns vor, von nun an mindestens einmal in der Woche zu wandern, sofern es das Wetter erlaubt.
Auf unserem Grundstück halten sich fünf Fasane auf.
Wir schauen ihnen oft zu, wenn sie unter den Olivenbäumen vorbeimarschieren mit ihrem schillernden Gefieder.
Eine Hummel besucht noch jeden Tag unsere Lavendelsträucher.
Daß wir uns schon mitten im Monat Dezember befinden merkt man da, wo wir wohnen, kaum.
Aber der Besuch des Weihnachtsbasars in Skiathos-Stadt, wieder auf Anregung unserer deutschen Freunde, belehrt uns eines Besseren.
Er findet im Gymnasium statt. Es ist sehr laut, denn die zahlreich anwesenden Kinder werden durch verschiedenartigste Spielveranstaltungen unterhalten.
Es wird viel Süßes und zu meinem Erstaunen auch Glühwein angeboten! Die Gestecke und Kränze sind natürlich überwiegend aus Olivenzweigen gefertigt.
Sie gefallen mir gut, aber nichts ist mit v i e r Kerzen bestückt. Anscheinend wird Advent hier nicht so gefeiert.
Es ist alles schlicht und einfach gehalten, was meiner Meinung nach in der heutigen übersättigten Zeit kein Nachteil sein muß.
Ich kaufe mir eine CD mit griechischen Weihnachtskinderliedern und habe meine Freude daran. Die Erlöse dieses Basars werden für gute Zwecke verwendet.


20.12.
Wir kaufen uns ein gutes Marken-Stromaggregat, nachdem wir von allen Seiten darauf hingewiesen werden,
daß im Herbst und Winter hier auf der Insel längerer Stromausfall keine Seltenheit ist.
Wir lassen es auch gleich so anschließen, daß wir es von innen einschalten können.
Die Elektriker sind überraschenderweise pünktlich und wir somit sehr zufrieden.
Der Winter und vielleicht auch Schnee können kommen!!

21.12.
Heute kommen Angelika und Jannis, unsere Nachbarn und Freunde, zum Adventskaffee vorbei.
Es hätte bald nicht geklappt, denn die Beiden haben für den Winter ein Lokal gepachtet und stecken in dieses Vorhaben ihre ganze Energie.
Wir machen es uns gemütlich, aber die Zeit vergeht sehr schnell und sie müssen wieder nachhause.
Da wird mir wieder mal klar, wie schön wir es doch haben.
Als Rentner haben wir diese Existenzsorgen Gott sei Dank nicht mehr!

22.12.
Nun naht sie, die Zeit, welcher wir mit ziemlich gemischten Gefühlen entgegensehen:
Unsere erste Weihnacht, ohne Familie, in einem anderen Land!!
Es sind noch Einkäufe zu tätigen, die hier auf der Insel Gott sei Dank ohne größere Hektik und ohne Dauerberieselung mit Weihnachtsmusik in den Supermärkten ablaufen.
Wirklich angenehm!
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Aber dann ist er da!

Der Heilige Abend

24.12.2006
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Überraschenderweise ist heute stürmisches, kaltes Wetter, 6 Grad Celsius.
Das macht nichts, dafür ist es in der mit Pinienzweigen und roten Christbaumkugeln geschmückten Stube wohlig warm.
Detlef und ich haben uns ausbedungen, den heutigen Tag ganz alleine zu verbringen.
Wir wollen Zeit haben füreinander, für evtl. Telefonanrufe, welche dann auch sehr zahlreich bei uns ankommen.
Es sind Anrufe von Verwandten, Freunden und Bekannten überwiegend aus Deutschland. Manche klingen besorgt.
Sie können sich nicht vorstellen, wie man den Winter, speziell aber Weihnachten auf einer Insel verbringen kann.
Wir können alle beruhigen und sie sogar überzeugen, daß dies für u n s das Richtige ist!
Am frühen Nachmittag machen wir uns auf den Weg nach Skiathos-Stadt, um uns die Krippe anzusehen, die vor der Kirche " Drei Hierarchen " aufgestellt ist.
Wir parken unser Auto außerhalb. Zu Fuß geht es vorbei am alten Hafen, eine für uns noch ungewohnte Weihnachtskulisse.
Bedächtig steigen wir dann die breiten Steintreppen hinauf zur Kirche und sehen schon von weitem die hell erleuchtete Krippe.
Sie ist so schön!
Mit ihren naturgetreuen Figuren und dem mit Olivenzweigen gedeckten Dach erinnert sie mich sehr an den Stall zu Bethlehem.
Eine streunende Katze hat sich bereits ihr Nachtlager im Stroh hinter Ochs und Esel eingerichtet und schaut neugierig hervor.
Wie gerne würde ich es auch wie das Kätzchen machen und mich zu der Hl. Familie gesellen, um ein bißchen bei ihr zu verweilen.
Um Dank zu sagen, für das große Geschenk, das Jesus Christus der Menschheit durch seine Geburt gemacht hat!
Mir wird so warm und froh ums Herz ....
Detlefs Stimme holt mich zurück aus meiner Gedankenwelt.
Wir wollen ja noch in die Kirche hineingehen, Kerzen anzünden und beten.
Um 6 Uhr sind wir wieder zurück am Haus.
Um diese Zeit beginnt daheim bei unseren "Kindern" in Deutschland die Bescherung.
Wir rufen sie an, übermitteln unsere herzlichsten Weihnachtsgrüße und lauschen begierig den aufgeregten Stimmen unserer beiden Enkel,
die natürlich schon sehr aufgeregt sind. Um die weite Entfernung wenigstens ein bißchen zu überbrücken, verspricht unser Sohn Ralf,
Bilder von der Bescherung und dem übrigen Hl. Abend über den Computer an uns zu schicken.
Nächstes Jahr können wir uns vielleicht, so Gott will, über eine Camera im Internet persönlich sehen und uns miteinander unterhalten.
Ich muß sagen, in solchen Momenten bin ich ganz froh über den technischen Fortschritt!
An den besagten Fotos können wir uns dann kaum satt sehen.
Ralf hat alles gut eingefangen, die glänzenden Augen und glühenden Wangen der Enkelkinder bei der Bescherung, den wunderschön geschmückten Christbaum, überhaupt alles.
Danke, danke!
Wir selbst schauen nach einem einfachen Abendessen noch etwas fern und hören uns griechische Weihnachtslieder im Radio an.
Meine persönlichen Weihnachts-CDs und -cassetten liegen noch unausgepackt in irgendeinem Umzugskarton. Es geht aber auch so!
Nicht allzu spät legen wir uns schlafen. Wir sind erleichtert, diesen Tag emotional doch ganz gut gemeistert zu haben.
Ich kann sogar sagen, daß ich glücklich eingeschlafen bin, denn entgegen der Meinung Vieler weiß ich jetzt mit Bestimmtheit,
daß ich ihn auch hier in Griechenland verspüren kann, diesen einzigartigen, geheimnisvollen Zauber der Heiligen Nacht ....!

25./ 26.12.
Diese beiden Weihnachtsfeiertage sind wiederum eine willkommene Gelegenheit von vorangegangenen Strapazen auszuruhen. Wir brauchen das noch so sehr!

27.12.
Habe heute bei unserem Brennholz einen Zaunkönig gesichtet.


Dachte zuerst es sei eine Maus. Um dieses flinke, putzige Vögelchen ranken sich viele Geschichten und ich werde weiterhin gerne nach ihm Ausschau halten.

28.12.
Erster Frost in der Nacht!
Gut daß wir uns in der Zwischenzeit überall wärmedämmende Thermofenster einbauen ließen.

29.12.
Aus Deutschland trifft ein Paket von unseren lieben Kindern mit Lebkuchen und Stollen ein.
Große Freude!

- Sylvester -
Ich schneide bei sonnigem Wetter Rosen.
Heute bereite ich uns ein schönes, leichtes Essen aus Meeresfrüchten.
Es gelingt mir gut und wir sind schon tagsüber in ausgelassener Stimmung.
Kurz vor 24 Uhr fahren wir zu einer Stelle, wo wir einen wunderschönen Blick auf Skiathos-Stadt haben.
Ein einziges Lichtermeer!
Wir sind ganz allein und lassen noch einmal das vergangene, ereignisreiche Jahr Revue passieren.
Letztendlich sehr zufrieden mit unserem lebensverändernden Entschluß prosten wir zuversichtlich uns und dem Neuen Jahr 2007 zu!

Januar 2007

Neujahrstag
Ich bin morgens gerade dabei, den neuen Kalender 2007 aufzuhängen,
als unser traditionsbewußter Nachbar Jannis klingelt und uns eine Flasche geweihtes Wasser aus der Kirche, verbunden mit Glückwünschen fürs Neue Jahr, übergibt.
Wir sind ganz gerührt und freuen uns sehr über dieses Geschenk!
Vom Balkon aus können wir sehen, wie Jannis Mutter, welche zeitweise unterhalb von uns wohnt, mit einem Räuchergefäß um ihr kleines Häuschen schreitet.
Es dauert nicht lange und wir können den Weihrauch auch hier oben riechen.
Ich liebe solche Zeremonien...
Gegen Mittag hören und sehen wir uns, wie schon viele Jahre davor, die Fernsehübertragung des Neujahrkonzertes der Wiener Philharmoniker an.
Das ist für uns immer ein Höhepunkt am ersten Tag des Neuen Jahres und wir trinken dabei noch den restlichen Sekt vom Vortag.
Dirigent ist übrigens Zubin Mehta, den ich sehr mag.
Zwischendurch kommen immer wieder Telefonanrufe aus Deutschland.
Ralf hat uns wieder Bilder von seiner Familie geschickt und hält uns damit am Laufenden.
Es ist wirklich ein schönes Gefühl, noch so sehr die Liebe der Menschen aus der "alten" Heimat zu spüren, hier aber auch schon mit eingebunden zu sein.


03.01. - 05.01.
Wir werden schon früh morgens von Motorsägenlärm geweckt.
Irgendjemand beschneidet wahrscheinlich Olivenbäume, damit sie mehr Ertrag bringen.
Die Abfälle davon werden größtenteils verbrannt und man sieht überall auf der Insel Rauchschwaden in die Höhe ziehen.
Heute habe ich an unseren immer noch kahlen Feigenbäumen schon grüne Knospen hervorspitzen sehen.
Die Witterung der letzten Tage war sehr wechselhaft, von 16 Grad bis 6 Grad Celsius abfallend. Sonne, Sturm und Regen wechselten sich ab.

06.01. Epiphaniasfest (Erscheinung des Herrn)
Ein großer Tag für die Insel!

...
Bis heute feiert die Orthodoxe Kirche an diesem Tag die Taufe Jesu.
Dazu werden die Gewässer geweiht, indem der örtliche Pope ein an einem Band angebundenes Kreuz dreimal ins Wasser taucht,
symbolhaft für die heilige Dreieinigkeit. Danach springen Freiwillige, meist junge Burschen in die kalten Fluten, um das Kreuz zu finden und herauszuholen.
Der Sieger, so sagt man, werde dann das ganze Jahr von Glück begleitet sein.
Wir sind heuer zum ersten Mal bei diesem Fest dabei und sehr beeindruckt!
Anschließend sitzen wir bei herrlichem Wetter in einer Taverne am Hafen zusammen mit deutschen und griechischen Freunden.
Es wird gesungen und getanzt.
Detlef und ich singen voll mit, denn wir haben in der Vergangenheit schon viele dieser schönen griechischen Lieder gelernt.
Das fiel uns nicht schwer, denn unsere Vorliebe für griechische Musik ist sehr groß.
Immer wieder wird Wein an unseren Tisch gebracht, spendiert vom Wirt oder von Gästen, denen unser Gesang gefällt.
Es geht bis spät in die Nacht. Ich glaube, so kann man nur in Griechenland feiern!

07./08.01.
Das Wetter ist wieder so schön, daß wir draußen essen können.
Ich habe mir sagen lassen, daß hier immer um diese Zeit der sogenannte " kleine Sommer " beginnt.
Er beruht auf einer einer alten, griechischen Sage, die ich jetzt nicht mehr wahrheitsgetreu wiedergeben kann.
Dann laß ich es lieber.
Hauptsache die Sonne scheint und die Menschen sind fröhlich und guter Dinge!

09.01.
Detlef will sich heute bei einer Telefongesellschaft um eine preisgünstige Flatrate kümmern, leider ohne Erfolg.
Also werden wir weiterhin mit einer hohen Telefonrechnung leben müssen.


10.01.
Sehe nur noch einen Fasan!
Mir schwant nichts Gutes, denn ich habe in letzter Zeit öfter Schüsse vernommen.
Hier in Griechenland wird das Jagdrecht leider ungeheuer locker gehandhabt!


11.01.
Für heute Abend habe ich unsere immer hilfsbereiten deutschen Freunde Ursula und Ortwin zum Essen eingeladen.
Wie bereits erwähnt leben sie ganzjährig auf der Insel und sind bereits voll in das griechische Gesellschaftsleben integriert.
Als Gastgeschenk bringen sie u.a. eine große Schüssel selbstgepflückte " Chorta ", schon essfertig angerichtet, mit.
Dieses Gemüse ist vergleichbar unserem Löwenzahn und es wächst hier fast das ganze Jahr über. Köstlich und sehr gesund!
Da die Beiden Vegetarier sind, tische ich ein Fischgericht auf.
Wir sitzen bis tief in die Nacht gesellig beieinander, lachen viel, führen aber auch tiefgehende Gespräche, die mir mitunter ganz neue Seiten meiner Freunde aufzeigen...!
Ich liebe ja gegenseitigen Austausch, um nicht zu sagen ich brauche ihn und es freut mich deshalb sehr, daß in den Wintermonaten viel Raum dafür ist.
Ich muß dabei an einen Ausspruch meiner besonnenen Schwester Christl denken:
" Ein Jegliches hat seine Zeit "!
Lausche ich diesen Worten nach, so kommt irgendwie Frieden in mein Inneres.

14.01.
Sonntag! Dieser Tag hat bei uns auch hier einen besonderen Stellenwert. Er wird, so weit es geht, zur Erbauung von Körper, Geist und Seele genutzt. Ich habe inzwischen sämtliche CD's meines Lieblingskomponisten MOZART ausgepackt und höre mir vorrangig seine wunderschönen, erheiternden Klavierkonzerte an.

16.01.
Der " kleine Sommer " hält an und wir verbringen viel Zeit draußen im Garten.
Die Hummeln haben die fächerartigen Blüten an unseren Dattelpalmen entdeckt und sind wie im Rausch.
Detlef sticht die Wurzelstöcke der zugegebenermaßen stark überhand nehmenden Königskerzen aus.
Ich würde sie ja lassen, denn für mich ist jede Pflanze ein Wunder, aber ich kann mich in diesem Falle nicht durchsetzen.
Eigentlich müßte ich meinen Lavendel " ernten ", aber er ist mit seinem kräftigen Blau ein solcher Blickfang, daß ich ihn einfach in Ruhe verblühen lasse.
Immer wieder genieße ich es, von wertvollen Pflanzen, Bäumen und Kräutern hier auch im Winter umgeben zu sein,
natürlich allen voran mein geliebter immergrüner, biblischer Olivenbaum, widerstandsfähig, symbolhaft und weise.
Der kleine Hund (Babalou) von Jannis Mutter, ich darf sie ja auf griechisch "Oma" nennen, bellt ununterbrochen.
Oma ist nämlich für ein paar Tage in ihrer Stadtwohnung in Skiathos und er fühlt sich einsam.
Ich geh zu ihm hinunter, gebe ihm ein Leckerli und ausreichend Streicheleinheiten und er ist zumindest für einige Zeit wieder ruhig.

17.01.
Heute kommen wir bei unserer Wanderung auf dem Troulos-Panorama-Weg vorbei an einer wunderschön blühenden Anemonenwiese.
Ich kann mich an dieser Farbenpracht, die von pink bis lila und dunkelblau reicht, kaum satt sehen.
Die ersten Frühlingsboten!
Zum Abschluß der Wanderung ist dieses mal ein Picknick am Meer und zwar am Koukounaries-Strand, angesagt.
Wie freue ich mich! Dieses elementare Meer, das zu jeder Jahreszeit einen unheimlichen Reiz auf mich ausübt,
ist für mich etwas ganz Besonderes und ich empfinde es fast als Privileg, es immer in leicht erreichbarer Nähe zu wissen.

18.01.
Ich räume die Weihnachtssachen weg.
Bis zum nächsten Jahr! Wie schnell wird die Zeit vorübergehen......

21.01.
Wir bewundern bei Ursula und Ortwin einen voll erblühten Mimosenbaum, der mit seiner lichtgelben Farbe fast dem Sonnenlicht Konkurrenz macht.
Nebenbei trinken wir, natürlich im Freien, Kaffee und essen selbstgebackenen Kuchen von Ursula. Fein!

22.01.
9 Uhr früh!
Mein umherschweifender Blick vom Balkon entdeckt, daß im Nachbarhain die Mandelbäume zu blühen beginnen.


Noch sieht es aus wie zarter Schnee, aber es wird nicht lange dauern und alles wird sich in ein sattrosa Blütenmeer verwandeln.

23./ 24.01.
Heftige Sturmböen, mal Südwind, mal Nordwind!
Manchmal peitscht mir der Wind Regen ins Gesicht, wenn Detlef nicht da ist und ich selbst Holz zum Schüren reintrage.
Man wird es vielleicht nicht glauben, aber ich finde es einfach toll, so nah an den Elementen zu sein, Natur in ihrer ganzen Fülle zu erleben.
Genauso habe ich mir mein Leben auf der Insel vorgestellt und ich bin schon wieder einmal unheimlich glücklich!
In Deutschland ist Schnee gefallen.

25./26.01.
Wir nützen die Zeit, um restliche Umzugsarbeiten zu erledigen, die wir uns für den Winter aufgehoben haben.
Ich bewundere dabei Detlefs Geduld, die er früher absolut nicht hatte, als er noch im stressigen Berufsleben stand.

29.01.
Heute bekommen wir von unserem Sohn die Nachricht,
daß er unseren Mercedes-Sprinter, welchen wir uns nur für den Umzug nach Griechenland angeschafft hatten, sehr zufriedenstellend wiederverkaufen konnte.
Das Kapitel "Umzug" können wir nun endlich als erledigt betrachten.

Februar 2007

02.02.
Starker, andauernder Regen.
Die Einheimischen sagen, daß dieser Regen dringend notwendig für die Natur und für die Insel ist, da es schon fast zwei Monate nicht mehr richtig geregnet hat.
Das Wetter spielt auf einer Insel sowieso eine sehr wichtige Rolle, da besonders das Wirtschaftsleben voll davon abhängig ist.

03.02.
Wir lassen uns heute eine Fernsehantenne für griechisches Fernsehen installieren.
Ansonsten haben wir ja eine Satellitenschüssel, mit der wir eine Unmenge von Kanälen empfangen könnten, wenn wir wollten.
Abends geht es, wie immer am Samstag, zum "Stammtisch" ins "Rosafa", welches wir als unser Winterlokal auserkoren haben.
Ortwin hat diesen Stammtisch ins Leben gerufen und er erfreut sich großer Beliebtheit.
In den Wintermonaten rücken alle näher zusammen, seien es Deutsche, Griechen, Albaner, Serben usw..
Viele haben jetzt mehr Zeit und es wird oft ein geselliges Zusammensein bis tief in die Nacht.

04./05./06.02
Wieder heftiger Sturm, in der Nacht Gewitter, Graupelschauer, Schneeregen, 5 Grad Celsius.
Detlef`'s 10 Meter hohe Funkantenne trotzt nun schon viele Jahre brav all diesen Naturgewalten!
Vom Schlafzimmerfenster aus sehe ich morgens den dicken, roten Nachbarskater von seinen nächtlichen Streifzügen ziemlich lädiert heimkehren und er tut mir leid!
Auf den Bergen der Insel Euböa, auf die wir gut hinübersehen können, liegt Schnee.

07.02.
Der Fasching beginnt mit einem Umzug, den ich hier auf der Insel wirklich nicht vermutet hätte!
Eine Gastgruppe von der Nachbarinsel Skopelos ist mit ihrem Umzugswagen auch anwesend. Es geht hoch her!
Ich sehe schöne, originelle Faschingskostüme.
Nach dem Umzug wird auf den Straßen natürlich wieder bei Life-Musik gesungen und getanzt fast bis zur Ekstase.
Ich beobachte dabei die Gesichter der Menschen und es strahlt mir wieder diese unbändige Lebensfreude entgegen,
die mich immer wieder aufs Neue ergreift und berührt...

08.02.
Bei "Oma" unten ist ein Huhn an Altersschwäche verendet. Nun hat sie nur noch einen Gockel und ein Huhn.

09. - 18.02.
Diese Tage gehören größtenteils dem Fasching!
Wir besuchen mit unseren Freunden viele Faschingsveranstaltungen, weit mehr als wir es in Deutschland taten.
Von einer Veranstaltung im Seniorenzentrum der Stadt Skiathos waren wir besonders begeistert.
Diese Herzlichkeit die uns hier als "Neulinge" von allen Seiten trotz Sprachschwierigkeiten entgegengebracht wurde, wird uns immer in Erinnerung bleiben.
Trotz alledem, die Faschingszeit ist auch sehr anstrengend und wir merken, daß wir länger anhaltendem Stress immer noch nicht gewachsen sind.
Da tut eine Osterglocke, die in der Nacht auf den 15.02. aufgeblüht ist, so richtig gut!



19.02.
Den Beginn der Fastenzeit feiern die Einheimischen an den Stränden der Insel.
Es werden überwiegend leichte "Früchte des Meeres" verspeist,
Eltern lassen mit ihren Kindern Drachen steigen und ganz Mutige wagen sich schon ins Meer zum Schwimmen.
Auch wir sind am Koukounariesstrand und lassen uns von diesem Geschehen mittreiben.
Die meisten Griechen nehmen die Fastenzeit sehr ernst.
Auch unsere Freunde, Ortwin und Ursula unterziehen sich um diese Zeit einer ganz strengen Fastenkur, um zu entschlacken.

23.02.
Ein krasser Temperatursturz von 20 Grad auf 6 Grad Celsius.
Bei eisigem Wind begeben wir uns abends zu unserer ersten Griechisch-Stunde.
Ortwin, der sehr gut griechisch spricht, hat sich bereit erklärt, uns in dieser schweren Sprache zu unterrichten.
Wir dürfen dabei ein Klassenzimmer im Gymnasium nutzen. Wir sind insgesamt sieben Teilnehmer.
Am ersten Abend stürzt sehr viel auf uns ein.
Uns wird klar, daß wir in Zukunft einen erheblichen Teil unserer Zeit für dieses Vorhaben verwenden müssen,
halten es aber für sehr wichtig, die Sprache des Landes zu lernen, in dem man lebt.
Wir werden es schon schaffen!

26./27.02.
An diesen beiden Tagen lassen wir unsere Einfahrt betonieren und anschließend oben beim Eingang eine ziemlich große Fläche mit Pilionplatten auslegen.
Das wird im Sommer ein schöner Sitzplatz!
Ich bin ja kein großer Freund von Beton, aber nach jedem Regenfall wurde unsere natürliche
Einfahrtsstraße immer mehr ausgehöhlt und schwerer befahrbar.
Es mußte sein.



März 2007


01.- 04.03.
Endlich haben wir jetzt wieder ruhigere Tage und ich kann mein Augenmerk wieder etwas mehr auf meine nähere Umgebung richten.
Die Eidechsen sonnen sich schon vereinzelt, um ihre steifen Winterglieder wieder geschmeidig zu machen.
Noch sind sie nur braun, aber im Laufe des Sommers werden sie herrlich smaragdgrün.
Die Spatzen auf unserem Dach sind schon wieder in Nestbaulaune, oder gebärden sich zumindest so.
Überall sieht man große Flecken gelbblühenden Klees, sieht sehr hübsch aus! Der Wind treibt Wolken von Pinienblütenstaub vor sich her.
Ich kann mir für meinen morgendlichen Joghurt mit Honig frischen, wildwachsenden Thymian vom Grundstück holen.
Er ist gut für die Bronchien und wirkt schleimlösend.
Oma bringt mir ein Körbchen voll mit Zitronen, von ihrem üppigtragenden Zitronenbaum.
Ich kann sie sehr gut brauchen, denn ich verwende Zitronen viel und gern in meiner Küche.

07.03.
Heute steht wieder eine Wanderung auf dem Plan.


Sie soll über alte Eselspfade gehen.
Allmählich kehren immer mehr Deutsche nach Skiathos zurück und wandern natürlich mit.
Fährt man derzeit über die Insel, fällt einem überall geschäftige Betriebsamkeit auf.
Häuser werden hergerichtet, Steinmäuerchen hochgezogen usw..
Der nächste Touristenansturm kommt bestimmt!


10.03.
Freunde aus Alonissos lassen uns weißen Thunfisch, eingelegt in Gläsern, zukommen.
Eine wahre Delikatesse!
Wir erfahren, daß das Postamt in ein Gebäude umzieht, das für uns viel günstiger liegt. Eine erfreuliche Neuigkeit!
Wir haben nämlich ein Postfach und müssen unsere Post immer selbst abholen.

14.03.
Holen unsere österreichischen Freunde von der Fähre ab.
Detlef freut sich besonders, denn sie bringen vom Festland Bratwürste mit, die es auf der Insel nicht gibt.

15./16.3.


Bei wunderschönen 25 Grad Celsius fangen wir an, unseren Garten schön langsam wieder auf Vordermann zu bringen.

Ein Wiedehopf spaziert mit aufgestelltem Kamm den Weg oben beim Gebetshäuschen entlang und sucht mit seinem gekrümmten Schnabel nach Nahrung.
Ich beobachte ihn lange mit Interesse.

17.03.
Heute morgen fiel mir beim Frühstück ein Kalenderblatt in die Hände,
dessen Inhalt so großen Eindruck auf mich machte, daß ich ihn unbedingt auszugsweise hier zitieren möchte:
......doch tiefes Glück und echter Friede liegen in Zufriedenheit und Einfachheit.
Wir brauchen gar nicht viel, um glücklich zu sein.
Bewusst gewählte Einfachheit schenkt unserem Leben ungeheure Leichtigkeit und ungeheuren Raum! .....

Wie sehr kann ich diese Worte bejahen und wo würde es mir leichter fallen, sie umzusetzen, als hier auf diesem wunderschönen Fleckchen Erde.

20.03.
Kalendarisch der letzte Wintertag.
Ein warmer Wind (Meltemi) und ein paar vereinzelte Regentropfen beenden ihn,
unseren ersten Winter hier auf Skiathos und wenn ich ehrlich bin, täte es mir fast ein wenig leid,
wenn da nicht schon dieser unbeschreiblich schöne, griechische Frühling locken würde....


Ende


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